CarLogs vs carVertical vs AutoDNA: Was prüft was — und was fehlt?
Du willst einen Gebrauchtwagen kaufen und vorher prüfen, ob alles stimmt. Eine schnelle Google-Suche liefert drei Namen: carVertical, AutoDNA und CarLogs. Alle drei versprechen, dein Risiko beim Kauf zu senken. Aber sie tun es auf völlig unterschiedliche Weise.
Dieser Artikel zeigt dir ehrlich, was jedes Tool kann, was es nicht kann — und wann du welches brauchst.
Kurz zusammengefasst: drei Tools, drei Ansätze
| CarLogs | carVertical | AutoDNA | |
|---|---|---|---|
| Was es prüft | Serviceheft-Fotos (KI-Analyse) | Fahrzeughistorie per FIN | Fahrzeughistorie per FIN |
| Datenquelle | Deine Fotos vom Scheckheft | Datenbanken (TÜV, Versicherungen, Auktionen) | Datenbanken (TÜV, Versicherungen, Auktionen) |
| Was du erfährst | Fehlende Inspektionen, Wartungslücken, Plausibilität | Unfälle, Diebstahl, Tachostand-Historie, Fotos | Unfälle, Diebstahl, Tachostand-Historie, Fotos |
| Preis | Vorab-Check kostenlos, Vollbericht 3,99 € | ab ~15 € pro Bericht | ab ~10 € pro Bericht |
| Eingabe | Fotos hochladen | Fahrgestellnummer (FIN/VIN) | Fahrgestellnummer (FIN/VIN) |
carVertical: Was es kann — und was nicht
carVertical ist der bekannteste Anbieter für Fahrzeughistorie-Checks in Europa. Du gibst die Fahrgestellnummer (FIN) ein, zahlst, und bekommst einen Bericht mit:
- Tachostand-Verlauf — Einträge aus TÜV-Prüfungen, Werkstatt-Systemen und Auktionsdaten
- Unfall- und Schadenshistorie — gemeldete Schäden aus Versicherungsdatenbanken
- Diebstahlprüfung — Abgleich mit internationalen Diebstahldatenbanken
- Archivfotos — Bilder aus Auktionen und Inseraten, die zeigen, wie das Auto früher aussah
- Marktwert-Schätzung — grobe Einordnung basierend auf Vergleichsdaten
Was carVertical nicht kann: Das Serviceheft lesen. carVertical sagt dir, ob der Tacho manipuliert wurde oder ob das Auto einen Unfallschaden hatte. Aber ob der Ölwechsel gemacht wurde, ob die Inspektion bei 90.000 km fehlt, oder ob der Zahnriemen überfällig ist — das steht nicht in den Datenbanken, die carVertical abfragt.
AutoDNA: Was es kann — und was nicht
AutoDNA funktioniert im Kern genauso wie carVertical: Fahrgestellnummer eingeben, zahlen, Bericht bekommen. Die Abdeckung ist ähnlich breit, mit Schwerpunkt auf Mittel- und Osteuropa (das Unternehmen kommt aus Polen).
- VIN-Decoder — technische Daten des Fahrzeugs aus der Fahrgestellnummer
- Kilometerstand-Verlauf — historische Einträge, ähnlich wie bei carVertical
- Schadenshistorie — gemeldete Unfälle und Reparaturen
- Diebstahlprüfung — internationale Datenbanken
- Inspektionsdaten — TÜV/HU-Ergebnisse, wenn verfügbar
Was AutoDNA nicht kann: Dasselbe wie carVertical — keine Analyse des Servicehefts. Keine Prüfung, ob die vorgeschriebenen Wartungen tatsächlich durchgeführt wurden. Keine Gap-Analyse der Wartungshistorie.
CarLogs: Was es kann — und was nicht
CarLogs verfolgt einen anderen Ansatz: Statt Datenbanken abzufragen, analysiert eine KI die Fotos deines Servicehefts. Du fotografierst die Seiten mit dem Handy, lädst sie hoch, und bekommst:
- Alle Einträge extrahiert — Datum, Kilometerstand, Werkstatt, durchgeführte Arbeiten
- Gap-Analyse — welche Inspektionen laut Herstellervorgaben fehlen
- Plausibilitätsprüfung — passen die Kilometerstände zusammen? Gibt es verdächtige Sprünge?
- Anomalie-Erkennung — ungewöhnliche Muster wie wechselnde Werkstätten oder fehlende Seiten
- Kaufempfehlung — konkrete Fragen für den Verkäufer, basierend auf dem, was im Heft steht (und was fehlt)
Was CarLogs nicht kann: Unfallhistorie oder Diebstahlprüfung. CarLogs liest, was im Serviceheft steht — aber nicht, was in Versicherungsdatenbanken gespeichert ist. Es prüft den Wartungszustand, nicht die Fahrzeughistorie im Sinne von Unfällen oder Vorbesitzern.
Zwei verschiedene Fragen — zwei verschiedene Tools
Der entscheidende Unterschied: carVertical und AutoDNA beantworten die Frage "Hat dieses Auto eine problematische Vergangenheit?" — Unfälle, Diebstahl, Tacho-Manipulation.
CarLogs beantwortet die Frage "Wurde dieses Auto ordentlich gewartet?" — Ölwechsel, Inspektionen, Zahnriemen, Bremsen.
Das sind zwei völlig verschiedene Risiken:
- Ein Auto kann unfallfrei sein, aber seit drei Jahren keinen Ölwechsel gehabt haben.
- Ein Auto kann lückenlos gewartet sein, aber einen reparierten Heckschaden haben.
Keines der Tools deckt beides ab. Wer auf Nummer sicher gehen will, kombiniert sie.
Was kostet was?
| Tool | Kostenloser Check | Vollbericht | Pakete |
|---|---|---|---|
| CarLogs | Ja (Vorab-Check) | 3,99 € | — |
| carVertical | Nein | ab ~14,99 € | 3er-Paket günstiger |
| AutoDNA | Nein | ab ~9,99 € | Staffelpreise |
carVertical und AutoDNA verlangen Zahlung vor dem Bericht — du weißt vorher nicht, ob die Datenbanken überhaupt Einträge zu deinem Auto haben. Bei CarLogs siehst du im kostenlosen Vorab-Check schon eine erste Einschätzung.
Wann brauchst du welches Tool?
Nutze carVertical oder AutoDNA, wenn:
- Du ein Auto aus dem Ausland kaufst (Import-Check)
- Du Tacho-Manipulation vermutest
- Du wissen willst, ob das Auto Unfallschäden hatte
- Du prüfen willst, ob das Auto als gestohlen gemeldet ist
Nutze CarLogs, wenn:
- Du ein Serviceheft hast und wissen willst, ob die Wartung vollständig ist
- Du wissen willst, welche Inspektionen fehlen oder überfällig sind
- Du konkrete Fragen für den Verkäufer brauchst
- Du die Plausibilität der Kilometerangaben anhand des Servicehefts prüfen willst
Nutze beide, wenn:
- Du auf Nummer sicher gehen willst — Fahrzeughistorie + Wartungszustand
- Du ein teureres Auto kaufst (ab ~10.000 €), bei dem sich die Investition lohnt
Was die Datenbanken nicht wissen
Ein häufiger Irrtum: Viele Käufer denken, ein carVertical- oder AutoDNA-Bericht zeige "alles" über ein Auto. Das stimmt nicht. Die Datenbanken haben blinde Flecken:
- Wartung bei freien Werkstätten — wird nicht in Herstellerdatenbanken erfasst und taucht in keinem VIN-Bericht auf
- Nicht gemeldete Schäden — wenn ein Unfall privat reguliert oder selbst repariert wurde, fehlt er in der Datenbank
- Regelmäßigkeit der Wartung — ob der Ölwechsel alle 15.000 km gemacht wurde oder alle 40.000, sieht kein VIN-Report
- Verschleißteile — Zahnriemen, Bremsen, Kupplung — keine Datenbank weiß, wann sie zuletzt gewechselt wurden
Genau hier setzt CarLogs an: Das Serviceheft ist das einzige Dokument, das die tatsächliche Wartungshistorie eines Autos dokumentiert. Und genau das analysiert CarLogs.
Fazit: Nicht entweder-oder, sondern und
carVertical und AutoDNA sind gute Tools für das, was sie tun: Fahrzeughistorie aus Datenbanken. Aber sie ersetzen nicht den Blick ins Serviceheft — und das Serviceheft ersetzt nicht den Blick in die Datenbanken.
Für die meisten Gebrauchtwagenkäufer ist die Kombination sinnvoll: ein VIN-Check für die grobe Historie, und CarLogs für die Wartungsqualität. Zusammen kosten beide weniger als eine einzige übersehene Reparatur.